Grundlagen · FHS

Was ist Huforthopädie?

Der Begriff „Orthopädie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet: „Die Lehre von der Erkennung und Behandlung der angeborenen oder erworbenen Fehler der Haltungs- und Bewegungsorgane."

Huforthopädie am Pferd — individuelle Hufbearbeitung

„Huforthopädie ist keine Methode nach bestimmten Vorgaben. Sie ist eine individuelle Bearbeitung des Hufes, die ihm ermöglicht, wieder in einer für ihn passenden Form wachsen zu können."

Wissen

Die Kenntnis der Zusammenhänge ist die Antwort auf viele Fragen.

Huforthopädie ist weit mehr als das Ausschneiden eines Hufes. Sie ist die systematische Beurteilung und Bearbeitung des Hufes mit dem Ziel, dessen natürliche Funktion langfristig zu erhalten oder wiederherzustellen.

Dabei steht nicht eine bestimmte Bearbeitungsmethode im Vordergrund, sondern der einzelne Huf. Deshalb beginnt jede huforthopädische Bearbeitung mit einer sorgfältigen Befundung.

Jeder Huf ist verschieden

Individuell befundet
nicht schematisch bearbeitet.

Jeder Huf ist von Natur aus verschieden, denn jedes Pferd belastet seine Hufe unterschiedlich. Deshalb kann sich jeder Huf auf unterschiedlichste Art und Weise verformen bzw. deformieren.

Für Huforthopädinnen und Huforthopäden heisst das: Jeder Huf wird vorgängig individuell befundet — und daraus ergibt sich die passende Vorgehensweise der Hufbearbeitung.

Durch die Analyse der am Huf sichtbaren Symptome während der Standbeinphase werden Rückschlüsse auf die Belastungssituation des jeweiligen Hufes gezogen. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Symptom selbst, sondern dessen Ursache: Welcher deformierende Prozess hat zu dieser Veränderung geführt und wie kann dieser durch eine gezielte Hufbearbeitung schrittweise zur Umkehr gebracht werden?

Dabei wird das gesamte Pferd berücksichtigt. Denn die Belastungsverhältnisse des Körpers wirken auf den Huf und können seine Form und Entwicklung beeinflussen.

Bearbeitung

Individuelle Bearbeitung.

In der Huforthopädie, wie sie an der FHS gelehrt wird, wird der Huf nicht nach theoretischen Winkelvorgaben, Messungen oder einer gewünschten Idealform bearbeitet.

Entscheidend ist die tatsächliche Belastungssituation des jeweiligen Hufes während der Standbeinphase. Die Bearbeitung zielt darauf ab, ungünstige Belastungen und Hebelwirkungen zu reduzieren, die Lastaufnahme günstig zu beeinflussen und dem Huf zu ermöglichen, wieder in einer für ihn passenden physiologischen Form vom Kronrand herunterzuwachsen.

„Nicht der Huf wird einer Theorie angepasst – sondern die Bearbeitung wird dem individuellen Huf angepasst."
Huf vor der huforthopädischen Begleitung
Huf nach der huforthopädischen Begleitung
Langfristiges Ziel

Ein physiologisch geformter Huf.

„Den anatomischen Gegebenheiten wird Rechnung getragen. Abrupte Stellungsveränderungen werden vermieden."

Eine nachhaltige Veränderung entsteht nicht durch eine einzelne Bearbeitung. Die Rückführung in eine physiologischere Belastung und Hufform ist ein langfristiger Prozess.

Das langfristige Ziel ist ein Huf, bei welchem die Lastaufnahme auf günstige Art und Weise erfolgt und dadurch ein bestmöglicher Bewegungsablauf ermöglicht wird.

Aussagekräftige Fotodokumentationen und Verlaufskontrollen machen diese Entwicklung nachvollziehbar und ermöglichen, die Bearbeitung laufend zu überprüfen und anzupassen.

„Huforthopädie bedeutet beobachten, analysieren, bearbeiten und die Entwicklung begleiten."

Das macht die Huforthopädie aus

Individuelle Befundung

Jeder Huf wird einzeln beurteilt. Die Bearbeitung richtet sich nach seiner tatsächlichen Belastungssituation.

Ursachen verstehen statt nur Symptome bearbeiten

Sichtbare Veränderungen am Huf werden analysiert, um den dahinterliegenden deformierenden Prozess zu erkennen und gezielt zu beeinflussen.

Physiologisches Nachwachsen

Ziel ist nicht eine kurzfristig hergestellte Form, sondern die schrittweise Entwicklung des Hufes in eine für ihn passende physiologische Form.

Dokumentation und kontinuierliche Entwicklung

Aussagekräftige Fotodokumentationen machen die Entwicklung des Hufes nachvollziehbar. Die Bearbeitung wird anhand der Entwicklung laufend überprüft und angepasst.

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Mehr Wissensbeiträge findest du hier

www.vsho.ch/blog
Abgrenzung

Huforthopädie ist nicht gleich Huforthopädie.

Jeder, der an Hufen arbeitet, darf sich Huforthopäde nennen. Die Vorgehensweisen bei den verschiedenen Hufbearbeitungsmethoden weichen jedoch zum Teil stark voneinander ab.

Auch der Begriff Rieddach, welcher in der Huforthopädie für das Raspelbild verwendet wird, gelangt in der Praxis zunehmend bei verschiedensten Hufbearbeitungsmethoden zur Anwendung — die Ausführungen weichen dabei jedoch stark voneinander ab. Selbst die an den verschiedenen Huforthopädieschulen vermittelten Theorien und Methoden sind teilweise sehr unterschiedlich.

Es ist deshalb empfehlenswert, sich vom eigenen Hufbearbeiter aufzeigen zu lassen, welches aus seiner Sicht die Ursachen für allfällige Hufprobleme sind — und welche Vorgehensweise er zu deren Behebung empfiehlt.

Zur Erfolgskontrolle sollten aussagekräftige Fotodokumentationen hinzugezogen werden können. Deshalb haben wir uns im Verband Schweizer Huforthopäden VSHO zusammengeschlossen und arbeiten nach demselben Ziel und Leitbild — so ist auch für Interessent:innen und Kund:innen einfach sichtbar, wer nach Huforthopädie FHS resp. VSHO arbeitet.

Huf vor der huforthopädischen Begleitung
Huf nach der huforthopädischen Begleitung
Verband

Verband Schweizer Huforthopäden VSHO

Der Huforthopäde VSHO ist bestrebt, mithilfe der Huforthopädie möglichst vielen Pferden zu physiologischen Hufen — und damit zu mehr Lebensqualität — zu verhelfen.

www.huforthopädie-schweiz.ch

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